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Als
die „kleinste freie Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich
Deutscher Nationen" ging Zell am Harmersbach zweifellos in die
Geschichte ein.
Der Name
„Cella", der schon in den Jahren 1139 und 1240 Erwähnung findet will darauf
hinweisen, dass die Stadtgründung innerhalb des kirchlichen Bereiches
erfolgte. Nach der Überlieferung errichtete ein Mönch des Klosters
Gengenbach eine Zelle samt kleiner Kapelle, um die sich allmählich eine
Ansiedlung bildete.
Zell lag im
Gebiet des Klosters Gengenbach und war um 1010 dem Bistum Bamberg
unterstellt und von diesem den Herzögen von Zähringen verliehen. Nach
deren Aussterben erfolgte die Eingliederung in das staufische Reichsgut.
Im Jahre 1556
ging Zell an Österreich und war zum Jahre 1803 Reichsstadt, welcher der
vom Gengenbacher Reichsabt auf Lebenszeit ernannte Reichsschultheiß
vorstand. Die Bürgerwehr, die heute noch an besonderen Festtagen
aufmarschiert, hatte früher die alte Reichsstadt gegen äußere Feinde,
Kriegsgesindel, Räuber und innere Unruhen zu schützen und von solchen
Gefahren war Zell immer wieder bedroht und heimgesucht.
So zogen Ende
des 16. Jahrhunderts wallonische Regimenter durch Zell, welche für die
Kämpfe in Ungarn bestimmt waren und außerdem wütete zeitweise die
Pest in der Stadt und ihrem Umland. Im Jahre 1610 litt die Stadt unter
Truppen der protestantischen Union und zwischen 1633 und 1635 war Zell
von den Schweden besetzt und erst 1650 war die Stadt wieder frei von
fremden Soldaten. Die Bevölkerung allerdings war inzwischen verarmt und
verwahrlost. Schaden erlitt die Stadt auch im Pfälzischen Erbfolgekrieg
(1688 - 1697) und im Spanischen Erbfolgekrieg (1701 – 1714) war sie
von verbündeten und feindlichen Truppen besetzt. 1899 und 1904
verursachten große Stadtbrände eine starke Zerstörung, bereits in den
Jahren 1900 und 1905 erfolgte der Wiederaufbau. Gerade die Zeller
Innenstadt ist seitdem geprägt von den 1905 erbauten Jugendstil.
Zell
am Harmersbach liegt in einem Seitental des mittleren Schwarzwaldes inmitten einer Bilderbuchlandschaft und
ist als Ausgangspunkt eines herrlichen Wandergebietes der
Anziehungspunkt für eine ständig steigende Anzahl von Urlaubsgästen.
In
nächster Nähe erreicht man weitere interessante Ausflugsziele
wie etwa den Europapark in Rust, das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof, die
weltberühmten Thermalquellen von Baden-Baden oder die altehrwürdige
Stadt Straßburg. Zell hat aber auch als Wallfahrtsort eine beachtliche
Tradition. Die Kirche "Maria zu den Ketten" mit dem Heilung
versprechenden Gnadenbrunnen ist an kirchlichen
Feiertagen Anziehungspunkt für große Pilgerscharen.
Bernhard Lehmann
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